Lieferengpässe und Preisanstieg dämpfen Konjunkturaufschwung

IHK und HWK legen gemeinsame Konjunktureinschätzung vor

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) haben jetzt gemeinsam die Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage vorgestellt. „Die Konjunktur im Handel, in der Industrie sowie bei den Dienstleistern zeigt sich aktuell weitestgehend stabil. Anhaltende Lieferengpässe, die hohe Inflation sowie die Sorge um einen erneuten Anstieg der Corona-Infektionen bremsen den Konjunkturaufschwung in diesen Branchen allerdings aus“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf.

 

Auch im Handwerk fällt die Stimmungslage der Unternehmen überwiegend positiv aus. „Zentrale betriebswirtschaftliche Merkmale wie Umsatzentwicklung, Auftragseingang, Beschäftigtenzahlen und Investitionen werden in der Entwicklung der letzten Monate positiv bewertet“, konstatierte HWK-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Die Erwartungen seien jedoch getrübt: „Mit Blick auf die kommenden Monate überwiegt der Anteil der optimistisch gestimmten Unternehmen denjenigen der eher pessimistischen Unternehmen nur leicht.“ Auch Ruschhaupt sieht in gestörten Lieferketten und steigenden Energie- und Rohstoffpreisen wesentliche Gründe für diese Entwicklung.

 

Nachdem zu Jahresbeginn zunächst die Anhebung der Mehrwertsteuersätze und die Ausweitung der CO2-Abgabe die Preise deutlich erhöht hätten, seien die insgesamt steigenden Verbraucherpreise aktuell auch auf steigende Preise für Rohstoffe und Vorprodukte zurückzuführen. Zwar seien auf den internationalen Märkten die Preise für einige Rohstoffe wie Metalle und Holz bereits wieder gesunken, bei vielen anderen Rohstoffen sei eine Abschwächung des Preisauftriebs allerdings noch nicht zu erkennen. Insofern sei nach Einschätzung von IHK und HWK davon auszugehen, dass die höhere Inflation auch im kommenden Jahr eine der wesentlichen betrieblichen Herausforderungen sein werde.

 

Als weitere zentrale Herausforderung benannte Ruschhaupt den Fachkräftemangel. „Mehr als jeder zweite Handwerksbetrieb hat aktuell offene Stellen zu besetzen und gibt an, dass das ‚Finden und Binden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern‘ die größte aktuelle Herausforderung ist.“ Die künftige Bundesregierung müsse deshalb dringend Schwerpunkte in diesem Themenfeld setzen und beispielsweise das System der dualen Ausbildung attraktiv und leistungsstark halten. Ergänzend sei in Niedersachsen eine per Landesgesetz verpflichtende und verbindliche Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen erforderlich, so Ruschhaupt.

 

IHK-Hauptgeschäftsführer Graf ergänzte: „Neben Maßnahmen zur Fachkräftesicherung erwarten die regionalen Unternehmen von der künftigen Bundesregierung deutlich mehr Tempo in Sachen Digitalisierung und Planungsbeschleunigung sowie ein besseres Umfeld für Investitionen.“ Wie eine parallel zur Konjunkturumfrage durchgeführte Umfrage gezeigt habe, falle die Bewertung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch die regionalen Unternehmen mit einer Gesamtnote von 3,7 bescheiden aus. Zudem habe sich das Urteil der Betriebe gegenüber der Umfrage zur letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 verschlechtert. „Die letzten vier Jahre haben die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aus Sicht der Unternehmen nicht verbessert. Anderthalb Jahre Corona-Pandemie haben etliche Betriebe vor existenzielle Fragen gestellt und einen hohen Investitionsbedarf im öffentlichen und privaten Bereich hervorgerufen“, so Graf. Die neue Bundesregierung müsse deshalb Motor für die Aufgaben der Zukunft sein und ihre Wirtschaftspolitik wieder an der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes ausrichten.


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