Held:innen der Energiewende Meilenstein für BTZ-Projekt

Technologiescreening für die Energiewende im Handwerk: Abschlussbericht eines Arbeitspakets veröffentlicht.

Welche klimarelevanten Technologien verändern das Handwerk? Und was bedeuten diese Entwicklungen für die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein umfassendes Technologiescreening, das im Rahmen des Projekts Held:innen der Energiewende durchgeführt wurde. Der dazugehörige Abschlussbericht ist nun veröffentlicht und frei zugänglich.

Das Projekt wird von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim koordiniert und gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) umgesetzt. Mit der Durchführung des Technologiescreenings wurde das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) aus Hannover beauftragt.

Untersucht wurden ausgewählte Berufe aus den Bereichen Versorgung, Bau und Ausbau. Ziel war es, klimarelevante Technologien und technologische Lösungsansätze systematisch zu erfassen, fachlich einzuordnen und ihre Bedeutung für die berufliche Bildung zu bewerten.

Wissenschaftliche Recherche trifft handwerkliche Praxis

Für das Technologiescreening verband das HPI systematische Literatur- und Dokumentenrecherchen mit Elementen des Technology Scoutings und Technology Mappings. Die dabei identifizierten Technologien und Lösungsansätze wurden anschließend gemeinsam mit Expert:innen aus der handwerklichen Praxis fachlich eingeordnet.

Auch das Ausbildungspersonal des Berufsbildungs- und TechnologieZentrums der Handwerkskammer war eng in den Prozess eingebunden. In mehreren Workshops wurden die Ergebnisse diskutiert, ergänzt und auf ihre Bedeutung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung geprüft.

In einem weiteren Schritt wurden die unterschiedlichen Perspektiven innerhalb des Projekts zusammengeführt. Im Mittelpunkt standen dabei vier Kriterien:

  • Klimarelevanz
  • Handwerksrelevanz
  • Bildungsrelevanz
  • Umsetzbarkeit

Auf diese Weise ist eine wissenschaftlich strukturierte und zugleich praxisbezogen fundierte Wissensbasis entstanden.

Klimarelevante Innovation ist mehr als neue Technik

Ein zentrales Ergebnis des Technologiescreenings ist, dass klimarelevante Innovationen im Handwerk weit über neue Anlagen und Geräte hinausgehen. Auch digitale Anwendungen, Materialien, integrierte technische Systeme sowie Planungs-, Ausführungs- und Optimierungsverfahren leisten einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende.

Für die untersuchten Bereiche zeigen sich unterschiedliche technologische Schwerpunkte:

Versorgung

Im Bereich Versorgung stehen insbesondere die erneuerbare Energieerzeugung und -speicherung sowie die Integration, Regelung und Vernetzung technischer Systeme im Mittelpunkt. Eine besondere Dynamik entsteht dort, wo Erzeugung, Speicherung, Steuerung und digitale Systemintegration zusammenspielen.

Bau

Im Bau liegen zentrale Potenziale in ressourcenschonenden und zirkulären Baustoffen und Konstruktionen. Darüber hinaus gewinnen digitale sowie prozessbezogene Verfahren an Bedeutung, die eine energie- und materialeffiziente Planung und Umsetzung unterstützen.

Ausbau

Im Ausbau spielen energieeffiziente Bauelemente, nachhaltige Material- und Oberflächensysteme sowie ressourcen- und emissionsarme Ausführungsprozesse eine zentrale Rolle.

Anforderungen an die berufliche Bildung

Das Technologiescreening macht zugleich deutlich, dass die Integration klimarelevanter Technologien in die berufliche Bildung nicht allein durch die Anschaffung neuer Geräte oder Anlagen erreicht werden kann.

Damit neue Technologien nachhaltig in die Aus-, Fort- und Weiterbildung einfließen können, braucht es ebenso:

  • geeignete Lehr-Lern-Arrangements,
  • entsprechend qualifiziertes Ausbildungspersonal,
  • passende technische und räumliche Voraussetzungen,
  • organisatorische und personelle Rahmenbedingungen.

Technologische Entwicklungen müssen daher stets gemeinsam mit didaktischen, personellen und infrastrukturellen Fragen betrachtet werden.

Fachliche Impulse für die weitere Projektarbeit

Die gewonnenen Erkenntnisse können im weiteren Verlauf von Held:innen der Energiewende an verschiedenen Stellen des Projekts aufgegriffen und mit den Fragestellungen anderer Arbeitspakete verknüpft werden. Damit liefert das Technologiescreening wichtige fachliche Impulse für die weitere Auswahl, Erprobung und mögliche Integration klimarelevanter Technologien in die Bildungsarbeit des Projekts.


Held:innen der Energiewende wird gefördert als InnoVET PLUS-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.