Grundqualifikation für klimarelevante Handwerksberufe BerufePass nimmt Form an

Held:Innen der Energiewende: Kooperationspartner BSZ Westerberg besucht Werkstätten im Schinkel

Hintergrund: Niedrigschwellige Grundqualifikation für die Energiewende

Im Rahmen des Projektes Held:innen der Energiewende soll eine gewerkeübergreifende Grundqualifikation für Handwerksberufe entstehen. Mit ihrem praxisnahen und niedrigschwelligen Ansatz unterstützt die Maßnahme gezielt Menschen mit Bildungs- und Sprachdefiziten oder besonderem Förderbedarf und erleichtert ihnen so den Einstieg in die Berufswelt.

Warum der BerufePass wichtig ist

Viele Schüler:innen mit Lernschwierigkeiten, sprachlichen Defiziten oder besonderem Unterstützungsbedarf stoßen beim Übergang in die Berufswelt auf strukturelle Herausforderungen. Oft fehlen grundlegende Kenntnisse in Arbeitssicherheit, betrieblicher Organisation oder im Verständnis einfacher Arbeitsaufträge. 

Der BerufePass setzt genau hier an: Er bietet eine strukturierte, praxisnahe und einsteigerfreundliche Grundqualifizierung, die sowohl Teilnehmenden als auch Betrieben einen klaren Mehrwert bietet.

Langfristig sollen junge Menschen besser beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt werden. Ziel ist es, Praktikumsabbrüche zu verringern und die Teilnehmenden für regionale Betriebe attraktiver zu machen.

Was der BerufePass vermittelt – abgestimmte Prüfungsinhalte

Während des Besuchs wurden die vorgesehenen Prüfungsinhalte gemeinsam mit den Lehrkräften und Verantwortlichen des BSZ Westerberg durchgesprochen. Diese Inhalte bilden die Grundlage für eine transparente und faire Kompetenzfeststellung.

Geprüft werden sollen unter anderem:

  • Sprachliche Grundkompetenzen
  • Arbeitsauftrag lesen, verstehen und in nachvollziehbare Teilschritte übertragen
  • Vollständigkeit und Plausibilität
  • Personale Grundkompetenzen (Sorgfalt, Ordnung, Arbeitssicherheit, Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein)
  • Arbeitsort beurteilen und für sicheres Arbeiten vorbereiten (Gefährdungen erkennen, Ordnung, Lichtverhältnisse)
  • Persönliche Schutzausrüstung auswählen, prüfen und nutzen
  • Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsgeräte auswählen und sachgerecht vorbereiten
  • Material- und Befestigungsmittel passend zum Untergrund auswählen
  • Mathematische Grundkompetenzen
  • Messen, Abstände bestimmen, einfache Berechnungen im Kontext des Arbeitsauftrags
  • Sicherstellen von Maßhaltigkeit und Qualität
  • Schriftliche Kompetenzen
  • Dokumentation des Arbeitsergebnisses (Notizen, Skizzen, Fotos oder Messwerte)

Alle Prüfungen folgen klaren Prinzipien: Fairness, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Chancengleichheit.

Transparenz für Betriebe – Motivation für Teilnehmende

Das abschließende Zertifikat bietet Betrieben eine verlässliche Orientierungshilfe über die vorhandenen praktischen und theoretischen Kompetenzen der Teilnehmenden. Damit hilft der BerufePass sowohl bei Bewerbungsprozessen als auch beim Übergang in Praktika, Beschäftigung oder eine duale Ausbildung.

Ausblick: erster Prüfungsdurchgang Ende April

Ein wichtiger Termin steht bereits fest: Der erste Prüfungsdurchgang findet Ende April statt. Damit rückt der BerufePass einen großen Schritt näher an seine praktische Umsetzung und an das Ziel, jungen Menschen neue Chancen und klare berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Mehr Informationen über das Projekt Held:innen der Energiewende auf www.heldinen.de