Ausstattung für das Kompetenzzentrum Moderne Hydraulik-Messtechnik erweitert Ausstattung im BTZ Osnabrück

Das Berufsbildungs- und TechnologieZentrum (BTZ) Osnabrück hat seine technische Ausstattung im Bereich Land- und Baumaschinenmechatronik gezielt erweitert: Ab sofort stehen moderne Hydraulik-Messgeräte des Typs HMG 4000 der Firma Hydac sowie passende Sensoren und Messturbinen für die Werkstatt zur Verfügung.

BTZ Osnabrück
Berndt Bendig und Frank Schulz von Hydac (links) und Heiner Herbring und Ingo Surkamp (rechts)

Die neuen Systeme sind bereits fest in die Lehrgänge integriert und kommen im Bildungszentrum der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim in praxisnahen Übungen zum Einsatz.

In der Fort- und Weiterbildung werden hydraulische Systeme von Land- und Baumaschinen in gestreckter Form aufgebaut und in Betrieb genommen. Dabei erfassen die Teilnehmenden mit dem HMG 4000 unterschiedliche Systemdrücke, Temperaturen und Volumenströme und werten diese systematisch aus. Auf diese Weise wird das Zusammenwirken einzelner Komponenten im hydraulischen System unmittelbar nachvollziehbar.

Typische Fehlerbilder wie Druckverluste durch interne Leckagen, schwankende Volumenströme oder Temperaturanstiege infolge von Überlastung können gezielt simuliert und analysiert werden. Die Messwerte erscheinen in Echtzeit auf dem Display des Geräts und lassen sich direkt gemeinsam interpretieren. Störungen können dadurch strukturiert eingegrenzt und fachlich beurteilt werden. Die Messergebnisse werden mit Herstellerunterlagen und Kennlinien abgeglichen, sodass daraus fundierte Fehleranalysen und geeignete Lösungsansätze abgeleitet werden können. Genau diese Diagnosekompetenz ist im späteren Werkstattalltag entscheidend.

Praxisnahe Fehlerdiagnose mit grafischer Auswertung

„Mit der neuen Messtechnik können wir hydraulische Prozesse transparent darstellen und Messwerte in Echtzeit analysieren. Die Teilnehmenden lernen, Störungen gezielt einzugrenzen und Systeme fundiert zu bewerten. Das steigert die Qualität der Aus- und Weiterbildung deutlich“, betont Lehrwerkmeister Ingo Surkamp.

Ein besonderer Mehrwert des HMG 4000 liegt in der Möglichkeit, Messdaten grafisch darzustellen. Auf Grundlage der erfassten Daten können beispielsweise Druckverläufe, Schwankungen oder temperaturbedingte Leistungsabweichungen als Kurven visualisiert werden. Diese grafischen Darstellungen unterstützen eine gezielte Auswertung und vertiefte Analyse komplexer Systemzustände.

Darüber hinaus können mit den Messgeräten auch elektrische Ventilströme aufgenommen werden. So lässt sich exakt nachvollziehen, bei welchen Ventilströmen bestimmte Volumenströme oder Systemdrücke vorlagen. Auch diese Zusammenhänge können direkt im Gerät grafisch dargestellt werden. Damit wird das Verständnis für die Wechselwirkung zwischen elektrischer Ansteuerung und hydraulischer Systemreaktion deutlich vertieft – ein zentraler Aspekt moderner, elektrohydraulischer Maschinen.

Neben technischem Fachwissen werden damit auch Analysefähigkeit, Problemlösungskompetenz sowie ein sicherer Umgang mit moderner Diagnosetechnik gestärkt – Kompetenzen, die in Werkstätten und Servicebetrieben der Land- und Baumaschinenmechatronik zunehmend gefragt sind.

Mehrwert für Prüfungen, Betriebe und Fachkräftesicherung

Auch im Hinblick auf Prüfungen und den Arbeitsmarkt bringt die neue Ausstattung konkrete Vorteile. Die Teilnehmenden trainieren unter realitätsnahen Bedingungen und sind dadurch optimal auf praktische Prüfungsanforderungen vorbereitet. Durch das strukturierte Messen, Dokumentieren und Bewerten von Systemzuständen entwickeln sie eine methodische Vorgehensweise bei der hydraulischen Fehlersuche.

Betriebe profitieren von Fachkräften, die moderne Messtechnik sicher anwenden, Messergebnisse mit technischen Unterlagen abgleichen und Fehlerquellen schneller identifizieren können. Das reduziert Ausfallzeiten, erhöht die Reparaturqualität und stärkt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen.

Die Beschaffung der Messtechnik erfolgte im Rahmen des Sonderprogramms „ÜBS-Digitalisierung“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel des Programms ist es, überbetriebliche Berufsbildungsstätten bei der Modernisierung und Digitalisierung ihrer Ausstattung zu unterstützen und die berufliche Bildung zukunftsfähig aufzustellen.

Starke Partnerschaft mit Perspektive

Zwischen dem BTZ Osnabrück und der Firma Hydac besteht bereits seit mehreren Jahren eine enge Zusammenarbeit. Die aktuelle Erweiterung knüpft an diese gewachsene Kooperation an. Perspektivisch sollen weitere innovative Technologien frühzeitig in die Bildungsangebote der Land- und Baumaschinenmechatronik integriert werden, um die Werkstatt kontinuierlich weiterzuentwickeln und Fachkräfte optimal auf die Anforderungen moderner, zunehmend digitalisierter Maschinen vorzubereiten.