Beratungsseminar Praxiswissen Wärmepumpe: Fachvortrag zu Installation, Kältemitteln und gesetzlichen Vorgaben

Im Online-Beratungsseminar des Projekts Energie Booster erklärte Wärmepumpenexperte Henning Kühl praxisnah, worauf es bei Planung, Aufstellung und Betrieb moderner Luft-Wasser-Wärmepumpen ankommt.

Am 2. Dezember 2025 lud das Projekt Energie Booster zu einer Online-Fachveranstaltung rund um das Thema Luft-Wasser-Wärmepumpen ein. Referent war Henning Kühl (Bosch/Buderus), der über eine Stunde das Beratungsseminar inhaltlich leitete. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Hinweise zur Planung, Installation und Wartung moderner Wärmepumpenanlagen sowie der Einsatz des natürlichen Kältemittels R290 (Propan).

Zum Einstieg ordnete Kühl das Thema klimapolitisch ein. Anhand von Temperaturreihen machte er deutlich, wie nah die globale Erwärmung bereits an der 1,5-Grad-Grenze liegt und welche Rolle Heizungstechnik und Kältemittel dabei spielen. Anschließend stellte er die häufigsten Installationsfehler vor: zu geringe Abstände zu schützenswerten Räumen, fehlende oder falsch ausgeführte Kondensatleitungen, zu klein dimensionierte Rohrleitungen bei heutigen geringeren Temperaturspreizungen, überdimensionierte Anlagen ohne Pufferspeicher, falsch positionierte Außenfühler, zu lange Leitungswege sowie verschmutzte Altanlagen ohne Magnetit- und Schlammabscheider. Ein weiterer Punkt war die unzureichende Einweisung der Kundschaft in die Besonderheiten von Wärmepumpen, insbesondere die niedrigeren Vorlauftemperaturen.

Ausführlich präsentierte Kühl die von Buderus bereitgestellten Einbau-Checks und Baustellenunterlagen. Sie helfen dem Handwerk bei der Auslegung der passenden Gerätegröße in Abhängigkeit von Gebäudeart und Effizienzstandard, bei Schall- und Abstandsberechnungen (inklusive Schallrechner per QR-Code), bei der Wahl geeigneter Rohrdimensionen, Fundamentlösungen und beim elektrischen Anschluss. Besondere Aufmerksamkeit galt den Sicherheitsabständen für Anlagen mit R290: Rund um die Außeneinheit sind definierte Bereiche frei von Öffnungen wie Türen, Fenstern, Lichtschächten und Steckdosen zu halten, um Zündquellen zu vermeiden.

Blickpunkt Kältemittel

Im technischen Teil erklärte Kühl den Aufbau von Außen- und Inneneinheit samt Transporthinweisen, integrierten Komponenten wie Pumpen, Ausdehnungsgefäß, Pufferspeicher und elektrischem Zuheizer sowie den Möglichkeiten der Anbindung an PV-Anlagen oder steuerbare Netzsignale. Anhand von Global-Warming-Potential-Werten zeigte er die Unterschiede zwischen synthetischen Kältemitteln wie R410A und natürlichen Medien wie R290 auf. Thema waren außerdem PFAs als „Ewigkeitschemikalien“ und der politisch gewollte Ausstieg aus vielen F-Gasen durch Verknappung und Verteuerung.

Im Anschluss beantwortete der Referent zahlreiche Fragen aus dem Plenum, unter anderem zu Transport und Aufstellung von Außen- und Inneneinheiten (inklusive Dach- und Garagenmontage), geeigneten Gerätegrößen für Mehrfamilienhäuser, Sinn und Dimensionierung von Pufferspeichern im Zusammenspiel mit Photovoltaik, zur Lebensdauer von Kompressoren in Abhängigkeit von Startzahlen sowie zu Betreiberpflichten wie Betriebshandbuch und Dichtheitskontrollen bei größeren Anlagen. Ebenfalls erläutert wurden die aktuellen Förderbedingungen: 30 % Grundförderung, verschiedene Zuschläge – realistisch seien meist 50–55 % –, Zusatzbonus für natürliche Kältemittel sowie Einschränkungen auf selbstgenutzten Wohnraum.

Nächstes Seminar im Januar

Zum Abschluss bedankten sich Moderator und Referent bei den zahlreich teilnehmenden Betrieben. Zugleich wurde auf die nächste Online-Veranstaltung am 6. Januar zum Thema „Frischluft und Wärme – Kombination von Lüftungs- und Flächenheizungssystemen“ hingewiesen.

Die Beratungsseminare zu Themen der Energiewende werden organisiert vom Projekt Energie Booster, das Betriebe auf die Nutzung neuer, klimaneutraler Technologien vorbereiten möchte.

Weitere Infos und Anmeldungslink zu folgenden Veranstaltungen: Online-Beratungsseminare aus dem Projekt Energie Booster

Förderhinweis/Fördermittelgeber:

Das Projekt Energie Booster wird im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland von der Europäischen Union und den Interreg-Partnern finanziell unterstützt.

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